Das Straßenbauprogramm der Gemeinde Schmitten im Taunus bestmöglich gestalten 


Der gemeindliche Straßenbau wurde 2018 von der Schmittener Gemeindevertretung im Hinblick auf die Sanierungsoffensive des Landes Hessen gemeinsam mit der Gemeinde ausgesetzt. Seit 2019 lief das umfangreiche Straßensanierungsprogramm zusammen mit Hessen Mobil in dessen Zuge alle Landstraßen im Gemeindegebiet erfolgreich saniert wurden. Mit der Sanierung der Landstraßen im Gemeindegebiet sind auf lange Jahre gute Verkehrsbedingungen geschaffen.

Derzeit läuft die Vorbereitung für die Sanierung der Emser Straße / L3276 bis zur Kittelhütte in 2026. Ebenfalls in 2026 soll die Ortsdurchfahrt in Hunoldstal, die Anspacher Straße, gemeinsam mit dem Hochtaunuskreis saniert werden. Ab 2027 könnte dann der gemeindliche Straßenbau wieder aufgenommen werden.

Man muss es offen sagen: Ein Drittel der gemeindlichen Straßen ist in einem schlechten Zustand. Am kommenden Dienstag, den 19. August 2025 um 19:30 Uhr im DGH Arnoldshain tagt dazu der Haupt-, Finanz- und Digitalisierungsausschuss.

Eine gute Nachricht gibt es aktuell aus dem Bauamt. Insgesamt haben sich die überschlägig ermittelten Baukosten insgesamt halbiert. Diese Aktualisierung geht nicht auf das Konto der Verwaltung, sondern ist durch die Berechnungsgrundlage der herangezogenen Flächen begründet.

Das Fachbüro hatte hierfür pauschal die vollständigen Flurstücke der Straßen verwendet. Die tatsächlichen Verkehrsflächen sind jedoch je nach Straße wesentlich kleiner. Eine gute Meldung also. Aufgefallen war dies dem Bauamt nach erneuter Prüfung und Gesprächen mit Eigentümern im Triebweg. Das Bauamt hat daher das Fachbüro umgehend aufgefordert, die Flächen für alle Straßen nochmals zu prüfen und die Berechnungsgrundlagen auf eine Realflächenermittlung anzupassen. Im Ergebnis sind nun aufgrund der teilweise deutlich verringerten, realen Flächen, die überschlägigen Baukosten für einige Straßen niedriger. Nach wie vor, sind alle im Entwurf des Straßenbauprogramms genannten Baukosten überschlägige Schätzungen. Es ist nunmehr in den nächsten 10 Jahren im Schnitt mit 2 Mio. Euro pro Jahr zu rechnen. „Ich bin froh, dass dies korrigiert ist“, so die Bürgermeisterin Julia Krügers, „Jetzt haben wir eine realistische Schätzung.“

Da die meisten Straßen im Entwurf des neuen Straßenbauprogramms Erstausbau im Sinne des Baugesetzbuches sind, werden hier auf die betroffenen Eigentümer Ersterschließungsbeiträge in den nächsten Jahren zukommen. Die Gemeinde hat 10% der Kosten zu stemmen, auf die Eigentümer werden 90% der beitragsfähigen Kosten umgelegt. Ein Großteil der Eigentümer wurde hierzu bereits ab 2013 angeschrieben und informiert, bevor das gemeindliche Straßenbauprogramm zunächst ausgesetzt wurde.

Die Bürgermeisterin ist über die Schätzungen des Fachbüros hinaus daran interessiert, ob und welche Möglichkeiten beim kommunalen Straßenbau denkbar sind. Denn es gibt immer wieder Stimmen, dass der Straßenbau auch einfacher und billiger geht.

Dazu ist sie mit einer Delegation der Gemeindeverwaltung am Dienstag, 12. August 2025 nach Rednitzhembach in Franken gereist. Der Rednitzhembacher Bürgermeister Jürgen Spahl ist mit seiner Gemeinde in den vergangenen 25 Jahren neue Wege gegangen.

Straßen werden dort von der Gemeinde frühzeitig beitragsfrei saniert, indem z.B. nur die Deckschicht abgefräst und neu aufgetragen wird. „Das was Kollege Spahl in Rednitzhembach in ganz unterschiedlichen Bereichen macht ist überlegenswert“, so die Bürgermeisterin, „Wir sind mit vielen Ideen und Anregungen zurückgekommen und werden sicherlich in Kontakt bleiben. “

Allerdings muss man klar sagen, dass die Ausgangslage in Schmitten speziell im Straßenbauprogramm eine andere ist und diese nicht 1zu1 übertragbar ist:

Der Erstausbau ist in Schmitten für den Großteil der Straßen im Entwurf des Straßenbauprogramms noch gar nicht erfolgt. Es gibt folglich keinen Unterbau, keine Substanz, auf die man aufsetzen könnte. Die Entwässerung fehlt zum Teil gänzlich oder ist unzureichend und verursacht hierdurch auf vielen Straßen und privaten Grundstücken Probleme. Dazu sind alle im Bauprogramm vorgesehen Straßen in der Zustandsklasse 3, d.h. in einem insgesamt bedenklichen Zustand. Die Topografie in Schmitten stellt im Vergleich zur Gemeinde in Franken eine weitere Herausforderung dar.

Gleichwohl wird es, wenn die Prioritäten und die Reihenfolge für den gemeindlichen Straßenbau von der Gemeindevertretung entschieden wurde, die Vorarbeiten gemacht sind und die Bodengutachten je Straße vorliegen, darum gehen, die Planung so zu gestalten, dass die Straßen qualitativ und technisch so geplant werden, dass sie über eine lange Nutzungsdauer halten.

Eine Tatsache, die im Zusammenhang mit dem Ausbau von Straßen oft vergessen wird, ist die Qualitäts- und Wertsteigerung. Der Ausbau von Straßen stellt für Anwohner und Eigentümer eine Erleichterung im Alltag dar. Gute Straßen bedeuten auch sichere Schulwege, bessere Barrierefreiheit, besseren Bedingungen für den Winterdienst und die Müllentsorgung und nicht zuletzt auch eine Wertsteigerung des Objektes. Ein Haus an einer guten, neuen Straße wirkt sich immer positiv auf die Wertermittlung aus.

Der Ausbau soll so kostenoptimiert wie möglich sein, im Sinne der betroffenen Eigentümer und der Gemeinde, d.h. aller Bürgerinnen und Bürger. Hierzu wird es zu gegebener Zeit Informationsschreiben und Anwohnerversammlungen geben, um alles transparent vorzustellen.

Bild: Gemeinde Schmitten im Taunus Bildunterschrift: (v.l.) Kämmerer André Sommer, der Rednitzhembacher Bürgermeister Jürgen Spahl, Bürgermeisterin Julia Krügers, Stellv. Kämmerin Kathrin Hemmann und Michael Heuser, Leiter Bauservice bei der Gemeinde Schmitten im Taunus, an der Rednitz.