DORFENTWICKLUNG
Dorfentwicklung in Hessen | Förderschwerpunkt Schmitten 2021 – 2028

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Übergabe durch Ministerin Priska Hinz, © Katrina Friese

Die Gemeinde Schmitten ist mit all seinen Ortsteilen als Förderschwerpunkt als eine von zwölf Gemeinden im hessischen Dorfentwicklungsprogramm anerkannt worden. Ziel des Projektes ist es, die Attraktivität der Gemeinde mit ihren Ortschaften zu fördern.

Übergabe durch Ministerin Priska Hinz, © Katrina Friese

Am 31. August 2021 bekam Bürgermeisterin Julia Krügers den Anerkennungsbescheid für das Förderprogramm Dorfentwicklung von Priska Hinz, Staatsministerin für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz des Landes Hessen, in Wiesbaden überreicht

Kinder- und Jugenddialog für ein langfristig und nachhaltig entwickeltes Schmitten

Nachdem die im Rahmen des Dorfentwicklungsprogramm für Schmitten durchgeführte Bürger:innenbefragung abgeschlossen ist und mit einer starken Beteiligung von über 1.000 Rückmeldungen ein sehr gutes Bild der Gemeinde abbildet, hat die projektbegleitende Steuerungsgruppe, bestehend aus engagierten Bürgerinnen und Bürgern, der Kreis- und Gemeindeverwaltung, beschlossen, einen separaten Kinder- und Jugenddialog durchzuführen, um explizit die Ansichten und Bedürfnisse dieser Altersgruppe abzufragen. Am 18. Juli wird das beauftrage Projektbüro cima hierfür im Freibad Schmitten präsent sein und mit den Kindern und Jugendlichen ins Gespräch kommen.

Wesentliches Ziel des kommunalen Entwicklungskonzeptes, kurz IKEK, für Schmitten ist sowohl ein Leitbild und ein Handlungsrahmen für die zukünftige Entwicklung zu erarbeiten als auch Fördergebiete für private Modernisierungsmaßnahmen in allen Ortsteilen abzugrenzen.

Bürgerbefragung – über 1.000 Rückantworten

Eine erste Grundlage für die Erarbeitung des Entwicklungskonzeptes bildet die bis zum 10. Juli durchgeführte Bürgerbefragung. „Einkaufsmöglichkeiten, das Schulwesen als auch die naturräumlichen Begebenheiten werden als wichtige Pluspunkte für Schmitten genannt“ so Dr. Stefan Leuninger von der cima. „Die ärztlich-medizinische Versorgung sowie der öffentliche Personennahverkehr und Angebote für Kinder und Jugendliche stellen dagegen drei wichtige zu bearbeitende Handlungsfelder der“. Die Ergebnisse der Bürgerbefragung werden nach Auswertung hier auf der Homepage veröffentlicht.

Kinder- und Jugenddialog noch vor den Sommerferien

Um explizit auf die Bedarfe der jüngeren Bevölkerungsgruppen einzugehen, wird noch vor den Sommerferien, am 18. Juli ab 15:00 Uhr ein Kinder- und Jugenddialog stattfinden, bei welchem das beauftragte Projektbüro cima im Freibad Schmitten präsent sein wird, um Anregungen, Ideen und Hinweise aufzunehmen. Zusätzlich werden auch die Kinder direkt in den Grundschulen die Möglichkeit haben, sich zu äußern. Ergänzt wird die Beteiligungsform zudem durch einen Online-Fragebogen, welcher im Downloadbereich aufzurufen ist.

Das Entwicklungskonzept für Schmitten startete mit Bürgerbeteiligungsformat

Der Hochtaunuskreis und die Gemeinde Schmitten haben nach einer umfangreichen Vorbereitungszeit den Startschuss für die Erarbeitung eines Entwicklungskonzeptes für Schmitten gegeben. Ziel ist es, für die gesamte Gemeinde grundsätzliche Perspektiven und daraus ableitbare Projekte für eine nachhaltige Entwicklung herauszuarbeiten. „Die Einbindung der Bürgerinnen und Bürger in den Gesamtprozess ist uns sehr wichtig“, fassen Bürgermeisterin Julia Krügers und Sebastian Holtz vom Landratsamt den Grundansatz zusammen.

Im ersten Schritt ist es notwendig, ein integriertes kommunales Entwicklungskonzept, kurz IKEK, zu erarbeiten (Konzeptphase). Im IKEK Prozess werden alle Bürgerinnen und Bürger beteiligt. 

Ausgehend von den Zielsetzungen des IKEK hat sich die Gemeinde Schmitten in Abstimmung mit der projektbegleitenden Steuerungsgruppe dazu entschlossen, im ersten Schritt eine Bürger:innenbefragung durchzuführen, die vom 10.06 bis 10.07.2022 stattfand. „Mit der Befragung wollen wir“, so Bürgermeisterin Julia Krügers, „herausfinden, wie Schmitten von seinen Einwohnerinnen und Einwohnern wahrgenommen wird und welche Verbesserungsmöglichkeiten bestehen“.

Unterstützt wird die Gemeinde hierbei von der cima Beratung + Management GmbH aus Frankfurt.

Aktueller Zwischenstand

Frau Krügers (Bürgermeisterin) und Frau Dietrich (Projektbearbeiterin)

„Grundsätzlich ist zu beobachten, dass sich der Großteil der in Schmitten lebenden Menschen in der Gemeinde sehr wohl fühlen und gerne hier leben“, gibt Projektleiter Dr. Stefan Leuninger Einblicke auf ein erstes Stimmungsbild der Bürgerbefragung. Doch worauf basiert diese positive Einschätzung? Anhand der zahlreichen Rückmeldungen hat sich die cima mit relevanten Aspekten für die Entwicklung von Schmitten beschäftigt. Es ist festzustellen, dass aus Sicht der Bürger:innen besonders die Aspekte für jüngere Bevölkerungsgruppen und Familien eine hohe Bedeutung für die Zukunft der Gemeinde Schmitten spielen. Die Kinderbetreuungsangebote und das Schulwesen rangieren neben den Faktoren Natur + Landschaft sowie der ärztlichen Versorgung und verkehrlichen Anbindung weit oben als wichtige Rahmenbedingung. „Bei rund 98 % der Rückmeldungen wird die ärztlich-medizinische Versorgung als ‚wichtig‘ oder ‚sehr wichtig‘ bewertet“, so Dr. Leuninger dazu.

Im Laufe der nächsten Monate wird es, aufbauend auf der Bürgerbefragung, noch verschiedene Veranstaltungen zum Thema Dorfentwicklung geben, an welchen sich alle Interessierten beteiligen und aktiv die Kernthemen und die Zukunft der Gesamtgemeinde Schmitten mitgestalten können. Neben expliziten Jugenddialogen wird unter anderem am 50-Jahre Schmitten Festwochenende vom 9.-11. September über das Gesamtprojekt informiert.

Steuerungsgruppe begleitet den Gesamtprozess

In der ersten gemeinsamen Sitzung von der Steuerungsgruppe und dem Planerteam der cima sind die bereits laufenden Arbeiten und die nächsten Schritte erörtert worden. Gemeinsam mit Verwaltung, Landratsamt und Vertretern aus den Ortsteilen haben bereits Vor-Ort-Begehungen in allen Ortsteilen stattgefunden. Ein besonderes Augenmerk lag hierbei auf der Analyse von Leerständen und möglichen Entwicklungsflächen sowie Treffpunktfunktionen im öffentlichen Raum.

Die Steuerungsgruppe, bestehend aus Verwaltung, Politik sowie engagierten Bürgerinnen und Bürger hat dem Vorschlag zugestimmt, ab Anfang Juni eine Bürger:innenbefragung durchzuführen. „Vier Handlungsfelder stehen gemäß den Leitlinien zur hessischen Dorferneuerung im Mittelpunkt der Befragung: die demographische Entwicklung und ihre Wirkungen auf die Gemeindeentwicklung, Wohnraumbedarfe und Wohnraumentwicklung, Versorgungsmöglichkeiten und Arbeitsplätze sowie das vorhandene bürgerschaftliche Engagement und die Infrastrukturen in Schmitten“, erläutert cima-Proiektleiter Dr. Stefan Leuninger den Ansatz.

Ziel der Umfrage ist es, neben dem Herausarbeiten aktueller Stärken und Schwächen auch Perspektiven und Ansätze zur Stärkung der Attraktivität zu entwickeln, um Schmitten nachhaltig und für alle Bevölkerungsgruppen jeden Alters zu gestalten. Im Auftrag der Gemeinde Schmitten und in Abstimmung mit der projektbegleitenden Steuerungsgruppe organisiert das beauftragte Beratungsunternehmen cima die Befragung im Online-Format mit ergänzender Möglichkeit, den Fragebogen analog auszufüllen. „Die Anonymität der Teilnehmer:innen ist in jedem Fall gewährleistet“, so cima Projektleiter Dr. Stefan Leuninger.

Im Rahmen des Entwicklungskonzept ist anschließend an die Bürgerbefragung vorgesehen, die Ergebnisse zeitnah zu veröffentlichen. 

„Wir laden alle Bürgerinnen und Bürger dazu ein, sich engagiert am Entwicklungskonzept und den damit verbundenen Beteiligungsformaten einzubringen. Unter anderem ist dabei auch ein Jugendforum geplant, um die Bedarfe der jüngeren Bevölkerungsgruppe explizit abzufragen“, so Bürgermeisterin Krügers zu den nächsten Schritten.