Attacke gegen die Gemeinde unangebracht
Bürgermeisterin weist Vorwürfe von FWG und FDP zurück


Die Bürgermeisterin ordnet klar und nachvollziehbar ein: „Alle wissen, das Rhein-Main-Gebiet, offiziell die Metropolregion Frankfurt RheinMain, hat rund 5,9 Millionen Einwohner und ist damit eine der größten Regionen Deutschlands. In weniger als 30 Minuten sind diese Menschen auf dem Großen Feldberg, im Naturpark Taunus und auch bei uns in Schmitten. Weil Schmitten besonders bei schönem Schnee sehr beliebt ist – vor allem bei Familien mit kleinen Kindern.“ Dazu kommt, dass die Wintertage mit Schnee leider auch in Hinblick auf den Klimawandel immer seltener würden. In der Saison 2024/2025 ist der Schnee gänzlich ausgefallen, der Skilift konnte nicht öffnen. An den vergangenen beiden Wochenenden, insbesondere am Sonntag, 11. Januar, herrschten dann nach langer Zeit wieder einmal für einen Tag perfekte Bedingungen mit viel Schnee und Sonne. Das Verkehrsaufkommen rund um den Großen Feldberg war dementsprechend hoch.

Bereits seit dem extremen Winter 2021 wurde zusammen mit dem Hochtaunus und den Feldberganrainerkommunen Königstein, Glashütten und Oberursel, der Polizei und vielen weiteren beteiligten Fachbehörden und Stellen, ein mehrstufiges Verfahren zur Besucher- und Verkehrslenkungskonzept entwickelt. Sind bei hohem Besucheraufkommen alle Parkplätze am Feldbergplateau belegt, wird mit der „Kleinen Lösung“ die Zufahrt zum Feldbergplateau gesperrt und die Besucher auf die Parkplätze unterhalb gelenkt. Sind diese auch belegt, wird mit der „Mittleren Lösung“ die Zufahrt der L3024 von Rotes Kreuz und Sandplacken gesperrt. Die „Mittlere Lösung – Plus“ geht auf eine Initiative des Ordnungsamtes Schmitten zurück, und meint die Sperrung am Sandplacken bereits ab der L3004. D.h. keine Durchfahrt mehr zur Siegfriedstraße Richtung Oberreifenberg, Rodelhang Pechberg und Skilift. In einem letzten Schritt muss mit der „Großen Lösung“, bei zu großem Andrang, die Sperrung ab Oberursel Hohe Mark und ab B8 erfolgen. Flankiert wird das Verfahren durch neue LED-Tafeln, die sehr frühzeitig Besucher über den aktuellen Stand informieren. Um all dies bestmöglich durchzuführen, braucht es viele verfügbare Einsatzkräfte auf Seiten der Polizei, der Ordnungsämter und der Verkehrsüberwachung.  

Lage am vergangenen Wochenende

Nachdem am Sonntag 4. Januar, bei noch mäßiger Schneelage, das Besucheraufkommen insbesondere rund um die Rodelwiese in Oberreifenberg bereits recht hoch war, wurden kurzfristig durch die Verantwortlichen weitere Maßnahmen für das Wochenende 10./11. Januar getroffen. Die Kräfte wurden verstärkt. Das Ordnungsamt Schmitten und die Kräfte vom Verkehrsüberwachungsclub Oberursel e.V. waren ganztätig im Einsatz. Die Absperrungen der Anliegerstraßen rund um die Rodelwiese wurden ausgeweitet und bereits am Morgen vorgenommen – insbesondere Kellerbornsweg, die Limesstraße und Kapellenberg. Um 11:11 Uhr wurde am Sonntag die Stufe „Mittlere Lösung – Plus“ erreicht und war die Zufahrt vom Sandplacken Richtung Oberreifenberg dicht.

Besonders vor dem Hintergrund des sehr hohen Verkehrsaufkommens, haben die Maßnahmen unter den gegebenen Umständen verhältnismäßig gut gegriffen: Die Lage Richtung Limesstraße und Skilift, der an dem Wochenende ebenfalls geöffnet hatte, war zufriedenstellend. Kellerbornsweg, Reifenberger Weg und Kapellenberg waren frei. Nicht zufriedenstellend sei die Lage tatsächlich insbesondere entlang der Siegfriedstraße, und auf dem Straßenabschnitt Galgenfeld zwischen Kellerbornsweg und Reifenberger Weg gewesen. Parkende Autos und Begegnungsverkehr haben hier zu Staus geführt. Hier muss in Zukunft mit einer Ausweitung der Parkverbotszonen Klarheit geschaffen werden. Eine Sperrung des Reifenberger Wegs von Arnoldshain aus, ist nicht nur personell eine Herausforderung, sondern würde in der Folge insbesondere dazu führen, dass die Fahrzeuge dann in der Ortslage Arnoldshain stranden.

Der Blick auf die Rodelwiese am Pechberg entlang der Siegfriedstraße Richtung Kellerbornsweg.


„Ich selbst war an beiden Tagen vor Ort, habe mit Einsatzkräften gesprochen und mir ein Bild der Lage gemacht.“, berichtet die Bürgermeisterin. Am Samstag sorgte der andauernde Schneefall, nicht die Besucher, für Probleme auf den Straßen. „Am Sonntag konnte ich den Stau auf dem Abschnitt Galgenfeld leicht umfahren, in dem ich durch das Galgenfeld und dann über die Dillenbergstraße Richtung Siegriedstraße gefahren bin.“ Das sei zumindest gegen 14 Uhr problemlos möglich gewesen. Und ab 16:00 Uhr hat sich die Situation in Oberreifenberg ohnehin wieder entspannt, und ist der Besucherverkehr langsam abgeflossen.

Probleme insbesondere am Sonntagnachmittag hatten sich im Bereich Hegewiese durch Parksünder ergeben. Die Bushalte- und wendestellen waren zugeparkt. Die PKW standen entlang der Landstraße. Auch Waldwege waren betroffen. „Das ist völlig inakzeptabel und hier müssen wir in Zukunft ein besonders Augenmerk haben, auch wenn die Kapazitäten der eigenen Einsatzkräfte begrenzt sind und die Kollegen nicht überall gleichzeitig sein können“, macht die Bürgermeisterin klar. Parksünder wurden vom Ordnungsamt konsequent geahndet.

Werbung in den Sozialen Medien

Nicht nur unangemessen, sondern völlig absurd ist für die Bürgermeisterin der Vorwurf der FWG, dass die Facebook Werbung das Verkehrschaos noch befeuert hätte. „Wir müssen den Großen Feldberg nicht bewerben, die Menschen kommen von alleine. Das war im Übrigen schon immer so.“ Im Netz gibt es unzählige, wirklich traumhafte Winterbilder und -videos aus der Feldbergregion. Beiträge erfolgreicher Social Media Account, von Influencern und Portalen, die sich in Windeseile verbreiten und die Menschen anziehen.

Im Übrigen fährt der Tourismus- und Kulturverein Schmitten e.V. (TKV) an den Wintertagen zusammen mit dem Destinationsmarketing „Taunus die Höhe“ eher eine Art De-Marketing bzw. Reduktionsmarketing.“ Das bedeutet, Hauptzielsetzung für die Kommunikation ist die Feldberglinie 57 und die Anreise mit dem ÖPNV zu bewerben, auf Verkehrsaufkommen und Sperrungen hinzuweisen und Besucher gezielt auf alternative Rodelhänge und Gastronomie zu lenken, wie in diesem Fall die Rodelpisten in Treisberg und der Rodelhang am Weihersberg in Arnoldshain. Der TKV hatte zudem kurzfristig Flyer produziert, die gezielt nur an der Tourist-Info Hohe Mark ausgegeben wurden, um fragenden Gästen Alternativen aufzuzeigen. Und Ordnungsamt und Verkehrsüberwachung hatten die Flyer in den Fahrzeugen und konnten suchende Besucher an den Absperrungen in Oberreifenberg gezielt umleiten. Die Situation am Sonntag war im Übrigen sowohl in Arnoldshain als auch auf dem Treisberg insgesamt zufriedenstellend. Die Parkplätze auf dem Treisberg waren vom Bauhof nach den starken Schneefällen am Samstag am Samstagnachmittag und am Sonntag für die Besucher geräumt worden.

Der große Dank der Bürgermeisterin gilt allen Kräften die in Schmitten und rund um den Großen Feldberg an diesem Wochenende für Bewohner und Gäste im Einsatz waren. Um berechtigte Kritik und Hinweise von Anwohner auszuwerten, und die Abläufe immer weiter zu optimieren wird es in Kürze auf Initiative der Bürgermeisterin eine Runde mit Hochtaunuskreis, den Anrainerkommunen und allen beteiligten Stellen geben. Denn auch wenn künftig am Pfarrheckenfeld wieder neue Parkplätze geschaffen werden, oder der Nordbahn Parkplatz reaktiviert werden soll, so macht dies an solchen Extremtagen nur wenig aus. Denn die Feldbergregion ist beliebt, besonders an den immer seltener werdenden Wintertagen mit Schnee. „Direkt neben einer der größten Metropolen Deutschlands gelegen, wird es - bei aller Arbeit an der stetigen Optimierung von Besucher- und Verkehrslenkung – auch in Zukunft an diesen wenigen Tagen im Jahr ein erhöhtes Besucheraufkommen geben.“