Dorfweil

Die Gemeinde konnte 1972 auf ihre 1200jährige Erwähnung zurückblicken: 772 werden die Güter in Wilene oder Wilina von einer Frau Rachilt dem Kloster Lorsch geschenkt. Diese Güter besaßen ihre besondere Bedeutung durch die Erzvorkommen. Die Eintragungen in den Hubenregistern nennen sieben Huben, davon eine Herrenhube und sechs Servielhuben. In einem jüngeren Register sind nur noch drei Huben genannt, von denen jede 32 Schirbel Eisen und eine Unze zu leisten hat.
In der Bardourkunde von 1043 erscheint ein "Lahc" (Weiher, See) bei Dorfweil, der die nördliche Spitze der Pfarrei Schoßborn bildet. Diesen "Lahc" hat man nach dem Wortlaut der Urkunde an oder nahe dem Zusammenfluß von Weil und Aubach zu suchen. Es ist die Rede von der "Scanwilina" (scan = kurz im Althochdeutschen, also "kurze Weil", womit der Aubach gemeint ist). Um 1215 wird eine Siedlung "Scanwilna" genannt, die aber schon sehr früh Wüste geworden sein muß. Nach einer Aufzeichnung des Stifts St. Stephan zu Mainz von 1215 hat die zu Mainz gehörige Pfarrei Schloßborn die Orte Wilna und Scanwilna an Rod verloren. Ohne Zweifel ist das heutige Dorfweil das ehemalige Wilna.
Im 13. Jahrhundert also kam Dorfweil kirchlich zu Rod, welches ein Filial von Usingen war. Im 14. Jahrhundert bildete Dorfweil mit Brombach, Hunoldstal und Rod das Obergericht von Stockheim. Im 15. Jahrhundert bestand die Gemeinde aus den beiden Dörfern Vorder- und Hinterwylen bzw. Ober- und Niederweiler, die dann in Dorfweil aufgegangen sind.

Ursprünglich gehörte Dorfweil zur Kirche Schloßborn und kam später zum Kirchspiel Rod am Berg. Dorthin mußten die Dorfweiler Kinder auch damals zur Schule gehen. Aus dieser Zeit ist die Geschichte von der "Jammerhecke von Brombach" überliefert.
Einige Dorfweiler und Brombacher Kinder wurden in einem strengen Winter auf ihrem weiten Schulweg von einem Schneesturm überrascht. Da sie im tiefen Schnee nicht vorwärts kamen, wurden sie müde und suchten Schutz unter einer Dornenhecke. Eltern und Dorfbewohner machten sich auf die Suche nach den Kindern, konnten sie aber nicht finden. Erst als im Frühjahr der Schnee taute, entdeckte man sie wie schlafend unter der Hecke, die noch heute "Jammerhecke" heißt.
Im Jahr 1770 bekam Dorfweil dann eine eigene Dingschule. Der erste Lehrer wurde im Jahr 1790 von der Regierung eingesetzt. Die eigen evangelische Kirche wurde im Jahr 1906 von der Gemeinde erbaut.

Dorfweil liegt 410 m hoch und hat seine Struktur grundlegend gewandelt. Der Erwerbszweig der Landwirtschaft ist weitgehend zurückgegangen, nur einige kleine Nebenbetriebe existieren noch.
Die Einwohner finden ihre Arbeit meistens außerhalb.

Der letzte Bürgermeister vor der gesetzlichen Fusion zur Gemeindegruppe Schmitten war Karl Rühl. Zur Veranschaulichung der sehr alten Geschichte des Ortes wünscht die Gemeinde die Bergbautätigkeit im Wappen festzuhalten. 1953 wurde dies gestaltet: im Goldgrund schräggekreuzt ein schwarzer Hammer und ein schwarzer Schlägel.
Gasthaus zum Taunus an der Brombacher Straße um 1935

Durch die weitere Nutzung der Seite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Datenschutzerklärung
Ok