Hessenforst wehrt sich gegen Vorwürfe

Wirklich zu wenig Profit aus dem Gemeindewald Schmitten? HessenForst Forstamt Königstein zur aktuellen Diskussion um die Bewirtschaftung des Gemeindewaldes Schmitten und ein vorliegendes externes Kurzgutachten

Mit einiger Verwunderung haben die Mitarbeiter von HessenForst Forstamt Königstein in den letzten Tagen und Wochen die unterschiedlichsten Verlautbarungen in der Presse zum Thema Bewirtschaftung des Gemeindewaldes Schmitten und einem vorliegenden externen Kurzgutachten zur Kenntnis genommen. Neben Stimmen aus dem Gemeindevorstand und der Schmittener Kommunalpolitik, die zur fachlichen Diskussion in den gemeindlichen Gremien aufrufen, finden sich aber auch Äußerungen mit massiven Vorwürfen an HessenForst Forstamt Königstein wegen angeblichen Fehlverhaltens bei der Bewirtschaftung des Gemeindewaldes, gar von einer festgestellten katastrophalen Situation oder von aufgedeckten Missständen, die laut Gutachten zu Mindererträgen von rund 5 Millionen Euro geführt hätten, ist die Rede.Solche massiven Vorwürfe und Behauptungen, die sowohl seine beiden vor Ort zuständigen, seit Jahren um das Wohl des Gemeindewaldes engagierten  Revierleiter treffen und betroffen machen wie auch das gesamte Forstamtsteam nimmt der für den Gemeindewald Schmitten zuständige Leiter des Forstamtes Königstein, Ralf Heitmann sehr ernst.Bisher stehen aber lediglich Feststellungen und Behauptungen eines Kurzgutachtens sowie bereits daraus abgeleitete Vorwürfe im Raum, ohne dass HessenForst bisher überhaupt die Möglichkeit gegeben wurde, dazu Stellung zu nehmen und diese womöglich zu entkräften. Auch sei das Kurzgutachten erst mit deutlicher zeitlicher Verzögerung an HessenForst mit der Bitte um Stellungnahme weitergeleitet worden.Forstamtsleiter Ralf Heitmann wünsche sich daher mehr Sachlichkeit und Transparenz sowie eine offene fachliche Diskussion und Auseinandersetzung mit den Aussagen des Kurzgutachtens mit allen Beteiligten innerhalb der zuständigen Gemeindegremien. Diese objektive Information und lückenlose Aufarbeitung aller aufgeworfenen Fragen wäre man den  Schmittener Bürgern, aber auch den Mitarbeitern von HessenForst schuldig, schon um Vorverurteilungen zu vermeiden.

Unabhängig von der anstehenden Auseinandersetzung mit Aussagen des Kurzgutachtens weist der Leiter des Forstamtes an dieser Stelle aber auf einige unstrittige Kernaussagen der vorliegenden Forsteinrichtung von 2015 hin, die sich in der aktuellen Diskussion leider nicht wiederfinden. Danach erfolgte die Bewirtschaftung unter strikter Beachtung der Nachhaltigkeit, alle sogenannten Nachhaltsweiser werden erfüllt. Der tatsächliche Baumvorrat entspricht dem planerischen Weiserwert Normalvorrat und ist absolut sehr hoch. Der Pflegezustand der Waldbestände wird durchgängig als gut beschrieben. Der nachhaltige, mögliche Holzeinschlag im Gemeindewald ist absolut und auch im Vergleich mit anderen Kommunalwaldbetrieben sehr hoch.

Gleichzeitig wurden durch die Bewirtschaftung von HessenForst im Durchschnitt seit 2005 ca. 289.000 € als jährliche Überschüsse für den Gemeindehaushalt erzielt. Deutlich höher als in der zurückliegenden, genehmigten mittelfristigen 10-jährigen Finanzplanung von 2005-2014 für den Gemeindewald vorgegeben und prognostiziert. Der Überschuss bezogen auf die Betriebsfläche von 1.354 ha lag somit in den zurückliegenden 10 Jahren bei nachhaltig 214 € / ha, einem absoluten Spitzenwert für Kommunalwaldbetriebe in ganz Hessen. Dieses Spitzenergebnis wurde trotz teilweise widriger Rahmenbedingungen wie schwankender Absatzmärkte und fallender Holzpreise nach z.B. überregionaler, großer Windwurf- und Borkenkäferkalamitäten erzielt. Auch im einem Benchmarking-Arbeitskreis des Hessischen Waldbesitzerverbandes, in dem die Gemeinde Schmitten seit Jahren jährlich die Bewirtschaftungsergebnisse von Dritten überprüfen lässt, gab es bisher keinerlei Beanstandungen.

Wie geht es nun weiter? HessenForst wird jetzt umgehend zu den Aussagen des Kurzgutachtens gegenüber dem Gemeindevorstand schriftlich Stellung nehmen. Laut Aussagen der Gemeinde Schmitten schließt sich dann die fachliche Auseinandersetzung und Diskussion in den gemeindlichen Gremien an. Um dem nicht vorzugreifen, wird von HessenForst zum jetzigen Zeitpunkt bewusst darauf verzichtet, auf Aussagen des Kurzgutachtens einzugehen. Dies erfolgt dann im weiteren Verlauf des Diskussionsprozesses.