Bürger sind gefragt

 ERST DIE BAULÜCKEN SCHLIESSEN - ZAHLREICHE BÜRGER INFORMIERTEN SICH ÜBER DIE INNENENTWICKLUNG SCHMITTENS


SCHMITTEN. „Vor der Bebauung von Flächen am Ortsrand sollten erst Baulücken geschlossen werden“, sagt Bürgermeister Marcus Kinkel, und weiter: „Die Ausweisung neuer Wohngebiete soll möglichst lange aufgeschoben werden.“ Kinkel versprach bei einer Bürgerversammlung in Dorfweil, dass die Gemeinde mit den freien Flächen „behutsam umgehen“ werde. Er stellte mit der Deutsche Gesellschaft für Innenentwicklung (dgi) ein Konzept für die Ortsentwicklung vor, das in den nächsten Jahren Grundlage für Entscheidungen wie etwa Bebauungspläne sein soll. Sinkende Bevölkerungszahlen und Leerstände im ländlichen Bereich auf der einen Seite, überhitzte Preise und Wohnungsknappheit in den Metropolen auf der anderen Seite – beides sorgt dafür, dass eine Akteurin die Bühne der Immobilienwirtschaft betritt, die sonst in diesem Bereich sehr zurückhaltend agiert: die Kommune. Spätestens seit der Baugesetzbuchnovellierung aus dem Jahr 2013 und der dort eingeführten Pflicht für Kommunen, im Rahmen einer Bauleitplanung für Neubaugebiete abzuwägen, ob es nicht innerörtliche Entwicklungspotenziale gibt, ist der Druck auf die deutschen Kommunalverwaltungen stark gestiegen, sich aktiv mit dem Thema der Innenentwicklung zu beschäftigen. Die Gemeinde Schmitten geht diese Problematik nun pragmatisch an und hat gemeinsam mit der dgi auf einer Bürgerversammlung im Haus Willna in Dorfweil ein Konzept vorgestellt, wie mit innerörtlichen Potenzialflächen, Leerständen und Brachflächen in Zukunft umgegangen werden könnte. Die ungenutzten Potenziale könnten für die Schmittener Bürger neue Lebens- und Arbeitsräume schaffen und verhindern, dass die Gemeinde nur an ihren Außengrenzen wächst, anstatt die innerörtlichen, oftmals leerstehenden Gebäude oder Flächen zu nutzen, bei denen bereits Baurecht geschaffen ist. Die dgi – Deutsche Gesellschaft für Innenentwicklung – wird nun eine Leerstandserhebung mit Potenzialflächenanalyse in Schmitten durchführen. Dabei liegt das Hauptaugenmerk in einem ersten Schritt darin, zunächst alle Potenzialflächen, wie Brachen, Baulücken, mindergenutzten Flächen, Nachverdichtungsareale oder Konversionsflächen zu identifizieren und zu dokumentieren. Und zwar nicht nur solche Objekte, die die öffentliche Hand bereits besitzt, sondern vor allem auch Flächen in Privatbesitz befindlich. Ziel ist es, diese Flächen für den Immobilienmarkt zu gewinnen, um dem Druck auf fehlenden Wohnraum in Schmitten nachzukommen. Doch die Aktivierung von Potenzialflächen ist ein langwieriger Prozess. Daher bedient sich dgi eines digitalen Stadtentwicklungsinstruments, KIP Über diese kommunale Immobilienplattform der Gemeinde Schmitten können die Bürger ihre Objekte online in einem Leerstandsmelder melden und anfragen, wie sie ihre Immobilie einer neuen Nutzung zuführen können. „Insgesamt stehen etwa 28,8 Hektar an Baulücken und knapp 42 Hektar gering bebauter Flächen in Schmitten zur Verfügung, die wir gemeinsam mit den Eigentümer einer neuen Nutzung zuführen möchten.“, sagte Bürgermeister Kinkel vor über 30 Bürgern im Haus Willina. Ihm sei bewusst, dass sich sicher nicht alle Eigentümer von Potenzialflächen an der Entwicklung beteiligen. Aber im Innenbereich von Schmitten und seinen Ortsteilen, gebe es noch einige Möglichkeiten. Es gebe viele Gründe, warum diese Potenzialflächen noch nicht am Markt zu finden seien: zerstrittene Eigentümergemeinschaften, falsche Wertvorstellungen, steuerliche Verflechtungen mit Betriebsvermögen oder Unwissenheit, meint Stefan MüllerSchleipen, Projektleiter der dgi. Gleichzeitig müssten die Kommunalverwaltungen städtebauliche Vorgaben erarbeiten und gegebenenfalls Gelder in die Aufstellung von Bebauungsplänen investieren. Die Ziele sollten sich idealerweise mit den Vorstellungen des Eigentümers und möglicher Investoren decken. Ein Prozess, der nicht von heute auf morgen zu beenden sei, zumal Investoren und Bauträger erst einmal gefunden werden müssen. Für Müller-Schleipen steht die vertrauensvolle Einbeziehung der Bürger an erster Stelle. Er wolle die betroffenen Eigentümer in die Pläne miteinbeziehen. Bei jedem Bauprojekt gebe es gegensätzliche Ziele. Damit treffen Projekte nicht immer auf auf Zustimmung. Diese Konflikte gelte es zu lösen, indem man mit allen Beteiligten einen offenen Dialog führe. „Wir würden uns sehr freuen, wenn sich die Eigentümer vertrauensvoll an uns wenden. Die Beratungen sind für die Schmittener Bürger kostenfrei“, so Stefan Müller-Schleipen. Eigentümer von Immobilien und Brachflächen können sich jederzeit über den Leerstandsmelder auf www.kip.net/hessen/schmitten melden oder sich direkt an dgi wenden unter 0151-149319 16. (gs)


Bürger/-innen sind gefragt 

 31. Oktober 2018 um 19:00 Uhr im Dorfgemeinschaftshaus „Haus Wilina“ in Dorfweil

SCHMITTEN – Oktober 2018. Für eine verstärkte Innenentwicklung, also die bauliche Nutzung derzeit brachliegender oder nur gering bebauter Grundstücke in den Ortslagen hat sich die Gemeindevertretung von Schmitten schon vor langer Zeit ausgesprochen. Grundlage sind die Ergebnisse einer Untersuchung des Regionalverbands Frankfurt/Rhein-Main mit dem Bauamt der Gemeinde Schmitten.

„In Schmitten stehen derzeit zusammengerechnet 28,8 Hektar Baulücken und knapp 42 Hektar gering bebauter Flächen zur Verfügung, die wir gemeinsam mit den Besitzern gezielt vermarkten könnten. Zwingen können wir die Besitzer  natürlich nicht.“, so Bürgermeister Marcus Kinkel. „Aber wir möchten die Bürgerinnen und Bürger von Schmitten darüber informieren, was im Innenbereich unserer schönen Gemeinde noch alles möglich ist. Daher wollen wir zeitnah eine Auftaktveranstaltung organisieren, um die Bürger/-innen über die verschiedenen Möglichkeiten zu informieren.“ Die Informationsveranstaltung findet am 31. Oktober 2018 um 19:00 Uhr im Dorfgemeinschaftshaus „Haus Wilina“ in Dorfweil,  Weihergrundstraße 2, statt und soll die Bürgerinnen und Bürger aktiv an der Innenentwicklung von Schmitten teilhaben lassen.

In den Innenbereichen der deutschen Städte und Gemeinden schlummern die größten Flächenressourcen. Die Identifizierung und Aktivierung innerörtlicher Potenzialflächen, die Beseitigung von Leerständen und die Schaffung von neuen Lebens- und Arbeitsräumen sind nur einige der Themen, mit denen sich die Gemeindeverwaltung Schmitten beschäftigen muss. Hintergrund ist dabei unter anderem die Baugesetzgebung, die vorschreibt, dass bei der Ausweisung von neuen Baugebieten eine Abwägung gegenüber den Innenentwicklungs-potenzialen stattfinden muss. Zur rechtssicheren Aufstellung von Bebauungsplänen ist also die Kenntnis der Flächenpotenziale unabdingbar.

Es gehe um Leerstände, Brachflächen und potentielle Bauflächen. Es kann nicht sein, dass die Gemeinde nur an ihren Außengrenzen wächst, „Innenverdichtung“ ist ein probates Mittel. Aus diesem Grund möchte die Verwaltung den Bürgerinnen und Bürger die Möglichkeit der Innenentwicklung aufzeigen. Die Städte und Gemeinden am Rand des Ballungsraums Frankfurt/Rhein-Main sehen sich alle einer steigenden Nachfrage nach Wohnimmobilien ausgesetzt. Der Handlungsdruck auf die Taunus-Kommunen ist somit groß.

Gemeinsam mit der dgi – Deutsche Gesellschaft für Innenentwicklung- soll nun eine Leerstandserhebung und Potenzialflächenanalyse in Schmitten durchgeführt werden. Die dgi wird mit ihrem digitalen Stadtentwicklungsinstrument KIP (kommunale Immobilienplattform der Gemeinde Schmitten) dabei behilflich sein, die innerörtliche Entwicklung zu digitalisieren und damit aktiv zu fördern. „Mit unserem KIP Modul für Innenentwicklung und einer mobilen Applikation zur Erfassung innerörtlicher Entwicklungsareale und Leerständen stellen wir Schmitten ein digitales Instrument zur Verfügung, das dabei hilft, die Potenziale der Gemeinde zu erkennen, sie zu erfassen und zu digitalisieren.“, so Stefan Müller-Schleipen, Geschäftsführer der dgi.

 Der Bürgermeister Marcus Kinkel freut sich über eine rege Teilnahme von Schmitttener Bürgerinnen und Bürger! 


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