
So langsam platzt Bürgermeister Marcus Kinkel der Kragen: "Wenn wir das zuständige Amt für Straßen- und Verkehrswesen (ASV) nicht schon seit Jahren auf dieses marode Gewölbe hingewiesen hätten, könnte ich ja noch Verständnis aufbringen" zürnt Kinkel dem ASV für die "Nacht- und Nebelaktion" bei der Sperrung der Schillerstraße.
Was den Rathauschef besonders in Rage bringt, ist die Tatsache, dass bei dem überraschenden Besuch der ASV-Vertreter im Rathaus diese den Eindruck erweckten "der katastrophale Zustand des Gewölbedurchlasses sei völlig neu". Dabei habe der Leiter der technischen Bauabteilung im Rathaus schon mehrfach in der Vergangenheit eine Sanierung des Untertagebauwerkes angemahnt - "dies haben wir auch aktenkundig gemacht", so der Bürgermeister weiter.
Allerdings ärgert man sich im Rathaus nicht nur über die vielen Beschwerdeanrufe, "weil uns in diesem Fall wirklich kein Vorwurf zu machen ist" sondern man befürchtet auch massive Einbußen in der Badesaison. "Bereits jetzt haben wir schon über 50 Anrufer gehabt, die bei anhaltender Sperrung der Schillerstraße keine Dauerkarte für die jetzige Saison erwerben wollen", so Nicole Lauth, in der Gemeindekasse zuständig für den Kartenvorverkauf.
Diese restriktive Einstellung der potentiellen Badekunden kann auch der Bürgermeister nachvollziehen, "denn wer auf dem Weg zum Schwimmbad auf das Auto angewiesen ist, fährt nicht noch einen 15 Kilometer langen Umweg über Ober- und Niederreifenberg" ist sich Kinkel sicher. Mit der jetzigen Verkehrslenkung sind die Parkplatzkapazitäten am Schwimmbad relativ schnell erschöpft, weshalb man im Rathaus erwägt, dem ASV schon jetzt prophylaktisch mit Schadensersatzforderungen zu drohen, sollten sich die pessimistischen Erwartungen hinsichtlich der Besucherfrequenz im Rathaus erfüllen. "Wenn sich die prognostizierte Bauzeit von bis zu 6 Monaten für die Sanierung des Gewölbedurchlasses bewahrheitet, werden wir sicherlich erhebliche Einbußen nicht nur im Schwimmbad hinnehmen müssen" meint der Rathauschef. Denn hiervon betroffen sind natürlich auch der Einzelhandel, die Apotheke und der Lebensmittelmarkt in Schmitten.
Marcus Kinkel
Bürgermeister
Text: Freiling
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