Reifenberg

Die Geschichte Reifenbergs ist die des gleichnamigen Geschlechts und der Burg. 1234 erscheint Cuno von Reifenberg als erster seines Geschlechts. Die Familie der Reifenberger und ihre urkundlich erwähnte Verwandtschaft lassen vermuten, daß sie aus der Gegend nördlich der Lahn (Westerwald) oder aus der Lahn-Gegend um Limburg kommen.
In einem neueren Aufsatz von Dr. Helmut Gensicke wird festgestellt und die Meinung eines anderen Gelehrten bestätigt, daß Ritter Cuno von Reifenberg und Ritter Cuno von Hattstein, der eine 1226, der andere 1234 erwähnt, ein und dieselbe Person sind. Die Ähnlichkeit der Wappen, die Nähe der Burg u.a. deuten darauf hin, daß der Stamm der Hattsteiner der gleiche war, wie der der Reifenberger. Ebenso waren Conrad von Hattstein (1226) und Cuno von Hattstein-Reifenberg Brüder.

Die Burg Reifenberg ist erst 1331 unmittelbar belegt. Erst in den letzten Jahren aufgefundene Burgpläne aus dem 17. Jahrhundert lassen jedoch romanische Bauteile erkennen. Der Baubeginn der Anlage könnte also auch im 10./11. Jahrhundert liegen. Es kann die Vermutung ausgesprochen werden, daß Hattstein als ursprüngliche Anlage auf einer Klippe zu klein wurde und kaum erweiterungsfähig war. Daher wurde eine größere Burg auf dem Felsenberg (Riffinberg) in der Nähe angelegt.
Der entscheidende Ausbau mit Wohnturm und Schildmauer geschah im 14. Jahrhundert. Der Bergfried ist älter. In mehreren Kriegen und Fehden wurde die Burg belagert und mehr und mehr zerstört, zuletzt entscheidend 1646, 1689 geschleift. Das Gschlecht der Reifenberger (Witterauer Linie) erlosch 1686 mit Philipp Luwig von Reifenberg. Die Wäller (Westerwälder) Linie starb schon 1665 aus. Ein Verwandter der Familie, Lothar Franz von Bassenheim, übernahm Besitz und Herrschaft. 1852 verkauft er seine Güter an einen Privatmann und Spekulanten.
Der Ort Reifenberg teilte sich erstmals 1849 in Ober- und Niederreifenberg. Ehe um 1900 Oberreifenberg Höhenluftkurort wurde, hatten die Grafen von Bassenheim die Nagelschmiederei und Heimarbeit in Reifenberg und anderen Orten im Hohen Taunus eingeführt. Diese Schmieden entwickelten sich dann zu den heutigen Metall- und Kunststoffwarenfabriken.

Entwicklung ist analog der von Reifenberg. Der letzte Bürgermeister vor der freiwilligen Fusion mit Niederreifenberg war Kurt Bernecker. Das Wappen der Gemeinde Oberreifenberg ist seit 1954 das Wappen der früheren Besitzer der Burg, der Herren von Reifenberg. Es zeigt einen silbernen Schild mit roten Schrägbalken, im Oberteil enen "Turnierkragen". In der Darstellung des Wappens im Arnoldshainer Kirchenfenster von 1480 laufen die Balken von links oben nach rechts unten. Der Turnierkragen ist in blau gehalten. Besonders im Innenraum sehenswert ist die 1855 vollendete Kirche Oberreifenbergs, St. Georg. Eine weitere Sehenswürdigkeit des Ortes - außer der Burgruine natürlich ist die kleine St.-Gertrudis-Kapelle, die im Volksmund auch als "Bassenheimer Grabkapelle" bekannt ist, da der letzte Reifenberger Ritter Philipp Ludwig, 1686 verstorben, dort begraben liegt

Die Entwicklung ist analog der von Reifenberg. Der letzte Bürgermeister vor der Fusion am 1.8.1972 mit der Gemeindegruppe Schmitten war Erwin Müller. Das Wappen zeigt im silbernen Feld zwei schwarze, schräg sechsendige Hirschstangen zwischen drei roten Schrägbalken. Die Gemeinde hatte bis 1939 den Feldberg mit Rum im Siegel. Nachdem die Gemeinde am 1.10.1948 wieder selbständig geworden war, erhielt sie am 13.12.1953 das abgebildete Wappen: Sinnbild des Wildreichtums auf dem Hohen Taunus und als Hintergrund das alte Wappen der Herrschaft Reifenberg. Die Kirche St. Johannes d. T. wurde 1898 erbaut.

Alte Weilsbergstraße mit Blick auf Oberreifenberg mit Burgruine, aufgenommen in den 60er Jahren

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