Am Fuße des Feldbergs

Willkommen in Schmitten - hier am Fuße des Feldbergs schmiegen sich neun Ortsteile an den Nordhang der zweithöchsten Erhebung des Hessenlandes. 

Diese neun "Feldbergdörfer" haben sich im Jahre 1972 im Zuge der damaligen Kommunalgebietsreform zur Großgemeinde Schmitten zusammengeschlossen. Nicht immer traf diese in Teilbereichen auch als  "Zwangsheirat" titulierte Reform auf ungeteilte Gegenliebe, gab und gibt es auch heute noch - 45  Jahre nach der Fusion - die eine oder andere Animosität. Aber letztendlich hat man sich doch am Fuße des Feldberg zusammengerauft.

Im 19. Jahhundert war die Arbeits- und Lebenssituation in diesen Ortschaften von großer Armut geprägt. Im Ortsteil  Schmitten selbst verdienten sich viele Bewohner ihr kärgliches Einkommen als "Nagelschmiede" - andere waren als Auspendler in der damals prosperierenden Baumwollspinnerei auf der Hohemark tätig und zogen zu Fuße "über die Höhe" oder erschlossen sich mit der seinerzeit gerade in Ober- und Niederreifenberg beheimateten Filetstickerei ein schmales Zubrot.

Gottlieb Schnapper-Arndt, ein Frankfurter Privatgelehrter, hat in seinem Werk "Fünf Dorfgemeinden aus dem Hohen Taunus - eine socialstatistische Untersuchung über Kleinbauernthum, Hausindustrie und Volksleben" aus dem Jahre 1883  zu den Lebensbedingungen festgestellt: "Ein anderes Gemeinsame wird diese Dörfer auch noch in der Gegenwart als eine Einheit erscheinen lassen: unter gleich schwierigen Lebensbedingungen Kampf um das Dasein mit gleichen Mitteln unter mühsamen, rastlosem Schaffen."

Es waren damals also durchaus ärmliche Lebensverhältnisse jenseits der Gebirgspässe von Sandplacken und Rotem Kreuz, die eine natürliche Barriere zwischen Vorder- und Hintertaunus bildeten. Und doch gab es schon seinerzeit  kühne Pläne, den Taunus zu bezwingen: die Eisenbahn sollte Bindeglied zwischen dem industriell geprägten Raum rund um Frankfurt und den Feldbergdörfern sowie den Weiltalgemeinden werden. Ein Projekt, welches schon weit fortgeschritten war und dem letztendlich nur der Erste Weltkrieg den Garaus machte. Es gab gleich mehrere Planungsvarianten - auch der Anschluss des unteren Weiltals über die Relation Weilburg - Usingen war eine durchaus realistische Option. Wenn Sie mehr zu diesem interessanten und in der Historie der Feldberggemeinde Schmitten fast vergessenem Thema wissen wollen, sollten Sie an dieser Stelle klicken.